Aktuelles

Im Folgenden wird das aktuell im Bau befindliche Doppelmodul „Glasträgertunnel“ je nach Baufortschritt jeweils aktualisiert beschrieben.
Und damit fangen wir an, zeigen deutlich umfangreicher die Konzeption und den Bau dieses Doppelmoduls, wobei es lohnt, immer mal wieder reinzugucken, da wir diesen Abschnitt regelmäßig aktualisieren.

Aktueller Bau: Doppelmodul Gleisträgertunnel

Im später zu beschreibenden Modul Flugzeugabsturz ist das Kontaktgleis untergebracht, das die Einfahrtweiche und das Ausfahrtsignal im doppelgleisigen Wendemodul (Schattenbahnhof) regelt.

Seitdem wir aber nur noch mit mindestens mfx+-decodierten Loks fahren, gab es manchmal Probleme, da die Züge je nach Programmierung deutlich langsamer anfuhren, vorher sogar oft noch Startaktivitäten wie Kohleschaufeln, Dieselstarten oder Bremsproben durchführten, so kam es ohne Eingriff potentiell zum Auffahren auf den ausfahrenden Zug.

Die Lösung war eine Verlängerung der Strecke zwischen Kontaktgleis und doppelgleisigem Wendemodul.

Daher wurde geplant, ein weiteres Doppelmodul zu bauen. Das sollte nicht nur das beschriebene Problem lösen, es sollte auch neue Komponenten enthalten.

Gedacht wurde an einen Ausschnitt der Schwarzwaldbahn mit den Glasträgertunneln 1 und 2. Für das Modul wurden schwarzwaldgerechte höhere Gebirgskomponenten vorgesehen, der Zug sollte in leichten Kurven mit Überhöhungen, dabei an- und absteigend verlaufen; wie im Original war parallel zum erhöht verlaufenden Doppelgleis eine Straße wie auch ein Fluss – im Original die Gutach – vorgesehen.

In Modulbauweise zwingt das zu etlichen Kompromissen.

Die beiden Module erhielten an den jeweiligen Außenseiten das leicht hügelige Profil für entsprechende andere Module, untereinander verbunden sind sie mit eigenem, deutlich bergigerem Profil, müssen daher immer zusammen aufgebaut werden. Fluss und Straße unterqueren im Original die Eisenbahnstrecke und führen auf der anderen Gleisseite weiter bergwärts.

Hier mussten natürlich Kompromisse her. Die Straße lassen wir unter der Eisenbahnbrücke versteckt in einem Tunnel zurück zum Ausgangspunkt verlaufen, die vorgesehenen Faller-Autos fahren also immer im Kreis. Für den Bach fanden wir zunächst keine Lösung.

Also wurden die Spanten gesägt, nach hinten zunächst einheitlich hoch belassend für das Gebirgsprofil. Die Gleistrasse wurde wie geplant leicht kurvig geschaffen; da die Strecke zunächst auf-, dann abwärts führen soll, wurde die Oberfläche der Sperrholzplatte zwecks besserem Biegen quer mit der Japansäge eingeritzt. Die Eisenbahnbrücke zur Überquerung der Straße wurde in die Trasse integriert sowie die Straße für die Faller-Autos installiert. Dann wurden die Gleise eingeschottert.

In diesem Rohbauzustand präsentierten wir die beiden Module auf zwei Ausstellungen, Bilder von früheren Anlagen mit dem vergleichbaren Motiv dienten dazu, den Interessierten den vorgesehen Endzustand zu erklären.

Erfreulicherweise fand das großes Interesse. Wurden die andere Strecke meist „nur bewundert“, entwickelte sich am Rohbaumodul oft eine angeregte Diskussion, eigene Arbeiten wurden per Smartphone gezeigt, die Funktion der Faller-Bahn hinterfragt, wie schafft ihr dieses gleichmäßige Fahren aller Loks ohne Ruckeln und vieles mehr.

Auch konnte an diesen beiden Modulen gut erklärt werden, wie die einzelnen Module per Schrankverbinder fest und schnell miteinander verbunden werden und wie die Verdrahtung im Untergrund und die Übergänge der Leitungen erledigt wurden.


Nach diesen ersten positiven Erfahrungen ging es ans Gelände. Die Tunnelplatzierungen wurden festgelegt, die Tunnelportale mit entsprechender, später nicht mehr sichtbarer Versteifung durch Sperrholz wurden angeschraubt und verleimt, die Tunnelröhren aus schwarzem Karton simuliert.

Dann wurde das Ganze an entsprechender Stelle mit Aluminiumgeflecht überzogen, das wiederum in Landschaft umgeformt wurde. Dabei wurde nicht nur der traditionelle Gips, teilweise aus vorher gegossenen Felsteilen, verarbeitet, originale Granitstücke wurden eingebaut, zu dick zu verspachtelnde Stellen wurden als Zwischenlage mit Styrodur aufgefüllt, bisher nicht angewendet.

Die Rückwand wurde entsprechend dem erarbeiteten Profil angepasst, etliche Spantenteile wurden herausgesägt.

Jetzt fanden wir auch eine Lösung für die Gutach. Wollten wir sie zunächst – anders als im Original – aus einem dicken Rohr unterhalb des Tunnels nahe der Eisenbahnüberführung erscheinen lassen, fanden wir die Idee eines Wasserfalls von der Höhe des Berges interessant. Erfahrung mit einem künstlichen Wasserfall hatten wir nicht, mit Kunstharzwasser erst seit kurzem. Aber wir wollten ja Neues auf diesen Modulen ausprobieren.

Die Gutach erscheint als relativ flaches Rinnsal am Berg, verengt sich zu einem wilden Rinnsal und stürzt als Wasserfall über den ersten Tunnel ins schmale Bachbett, als Wildbach fließt er dann über beide Module, um aus dem linken Modul nach Unterqueren der Straßenbrücke in den „Raum“ zu entschwinden.
Wie im Original steht an der Eisenbahnbrücke ein Bauernhaus, an der Einfahrt zum Glasträgertunnel 1 ein altes Bahnwärterhaus.

Die Gipslandschaft wurde entsprechend der vorgesehenen Bepflanzung farblich braun oder grün – hell und waldgrün – eingefärbt, die Felsen wurden granitgrau grundgefärbt, anschließend mit leicht verdünnter Farbe schwarz eingefärbt, die direkt mit viel Wasser und Schwamm wieder größtenteils abgetragen wurde. Nur die tiefer gelegenen Stellen verblieben dunkel. Vorsichtig wurde braune Farbflecken aufgetragen, die mit Schwamm zunächst etwas verteilt und dann überwiegend wieder weggewaschen wurden.

Nach Trocknen wurden die Spitzen der Felsen mit fast trockener hellgrauer Farbe vorsichtig graniert.

Danach folgte die Begrünung. Per Elektrostat wurden zunächst 2 mm kurze 2 unterschiedlich grüne Flocken aufgebracht, die punktuell wieder per Elektrostat durch 6 mm Wildgrashalme aufgewildert wurden. Dabei wurde auch der anfangs braune Waldboden (echter sterilisierter, gemörserter, gesiebter Gartenboden) teilweise begrünt.

Ein kleiner, aber dichter Wald überwiegend aus Nadelbäumen wurde gepflanzt, dekoriert mit Wanderern, Hirschen und Jodlern (Knopf suchen!), die wiesenartigen Teile wurden mit kleinen Bäumen und Buschwerk geschmückt.

Blieb das Wasser der Gutach. Der Flusslauf oberhalb, beim Wasserfall und unterhalb wurden grün-blau-braun eingefärbt, da unten relativ flach und reißend mussten tiefere Stellen nicht dunkler gehalten werde, dafür wurden aber viele Steine im Wasserlauf vorgesehen.

Der Flusslauf hatte keinen einheitlichen Verlauf, von stark fallend bis eng schäumend bis zum 15 cm hohen Wasserfall, dann Sprudelbecken und in den beiden Modulen unterschiedliche Neigung beim Ablauf mit relativ steilem Verschwinden unter der Straßenbrücke bereitete einige Kopfschmerzen.

Die beiden Module wurden getrennt, die „Wasserauslaufstellen“ versiegelt, dann so platziert, dass der jeweilige Bachanteil quasi waagerecht stand. Beim linken Modul wurde vorsichtshalber vor dem steilen Verschwinden unter der Brücke eine Stromschwelle aus Gips und Steinen eingebaut.

Das linke Modul konnte dann fast wie ein See behandelt werden, Kunstharz konnte zwischen rechtem Modulanfang und Stromschnelle aufgefüllt werden, leichtes Überfließen des Kunstharzes der Stromschnelle war durchaus erwünscht.

Beim rechten Teil wurde zunächst der Wasserfallbereich „normal“ mit Kunstharz dünn geflutet, der glänzende Wassereindruck war schon mal gegeben. Dann wurde das Modul gekippt und der Bereich zwischen Whirlpool des Wasserfalls und Übergang zum nächsten Modul halb gefüllt.

Parallel wurden mehrere ca. 15 cm lange Streifen aus Faller-Wassereffekte auf Plastikunterlage ausgezogen. Diese wurden nach Austrocknen in den Wasserfall geklebt, mit Wassereffekte ergänzt, genauso wie Strudel im Whirlpool und im reißenden Teil des Bachbettes, und nach Austrocken vorsichtig mit weißer Farbe in Gischt verwandelt.

Gegenüber dem Wasserfall und in der Nähe der Eisenbahnüberführung ist, ähnlich wie im Original, ein Kiosk vorgesehen; dazu gehört ein kleiner Parkplatz, auf dem einige Autos stehen. Ein Wagen parkt gerade aus, deshalb muss das auf der Straße fahrende Fallerauto in einem kleinen Bogen ausweichen.

So wird deutlich, wie bei der Ausstellung des Rohbaumoduls mit fahrenden Autos immer wieder gefragt wurde, warum das Fahrzeug an dieser bestimmten Stelle immer einen Schlenker macht.

Last not least werden die Module mit Figuren, Tieren und sonstigen Einfällen final dekoriert.

Wir sind gespannt, wie diese beiden quasi fertigen Module bei der nächsten Ausstellung angenommen werden.